// Zukunftsmarkt Elektrolyse: So nutzen Mittelständler ihre Chancen

"BW-Elektrolyse" unterstützt Unternehmen beim Technologieeinstieg. Das hilft Marktanteile zu sichern.

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energiewende und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Nachfrage nach Wasserstoff erzeugende Elektrolyse-Anlagen wird daher künftig stark wachsen. Für Unternehmen in Baden-Württemberg eröffnet diese Tatsache große wirtschaftliche Chancen. Das vom Land geförderte Projekt „BW-Elektrolyse“ hilft insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen im Südwesten dabei, in die Produktion von Elektrolyseuren und der dafür erforderlichen Bauteile und Komponenten einzusteigen. So können die Firmen die entstehenden Absatzmärkte für Elektrolyse-Technologien besser erschließen und sich Marktanteile sichern.

Interessant ist „BW-Elektrolyse“ vor allem für den exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau sowie die Komponenten-Zulieferindustrie. Die Landesregierung will den Unternehmen im Land eine Führungsrolle bei Wasserstofftechnologien sichern und fördert daher das Vorhaben mit fünf Millionen Euro. Wer sich von diesen Unternehmen in dem Kernelement der Power-to-X-Technologie schnell engagiert, kann sich als einer der Ersten erfolgreich im internationalen Wettbewerb behaupten und durch den gewonnenen technologischen Vorsprung langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein.

Als Aushängeschild für die Wertschöpfungspotenziale im Land entsteht in „BW-Elektrolyse“ in Zusammenarbeit mit interessierten Unternehmen ein produktnaher Systemdemonstrator „made in Baden-Württemberg“ in der 1-Megawatt-Klasse. Der Elektrolyseur soll möglichst viele Bauteile und Komponenten aus Baden-Württemberg beinhalten und bietet den beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, eigene Produkte in Systemumgebung zu testen und öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

 

 

Grüner Wasserstoff: Der Markt wird wachsen
Online-Auftaktveranstaltung Industriedialog
"Elektrolyse made in Baden-Württemberg", Vortrag von Prof. Dr. Frithjof Staiß (geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW), 14.07.2020

Nach dem Willen der Bundesregierung soll Deutschland bis 2050 klimaneutral sein. Die EU-Kommission fordert die Klimaneutralität auch auf europäischer Ebene. Um diese hochgesteckten Ziele zu erreichen, braucht es mit erneuerbarem Strom erzeugten Wasserstoff, sogenannten grünen Wasserstoff: Er ist unverzichtbar, um die Energiesektoren Strom, Wärme, Mobilität sowie industrielle Prozesse, insbesondere in der chemischen Industrie und in der Stahlindustrie, miteinander zu verbinden und treibhausgasneutral zu machen.

Die Nachfrage nach Elektrolyseuren wird daher künftig steigen: Die Wasserstoffstrategie der EU sieht eine Elektrolyseleistung von mindestens 40 Gigawatt bis 2030 vor. Das ist eine Produktionskapazität von jährlich zehn Millionen Tonnen Wasserstoff. Die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung plant mit einer Leistung von bis zu fünf Gigawatt. Aktuell sind hierzulande nur rund 50 Megawatt errichtet, also ein Prozent der angestrebten Leistung in Deutschland. Ein stabiles Absatzniveau von rund 500 Megawatt pro Jahr ist allein zum Erreichen der deutschen Ziele erforderlich.

Viele große Volkswirtschaften, darunter Japan, China und die USA, drängen ebenfalls in den Zukunftsmarkt und planen den massiven Ausbau der Wasserstoff-Technologie. Klar ist aus diesem Grund: Der Markt wird enorm und mit hoher Dynamik wachsen.

In die Fertigung von Elektrolyseuren einsteigen

Um die erforderlichen Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff in dem vorgesehenen Ausmaß zu errichten, muss der Markthochlauf für Elektrolyseure jetzt beginnen. Eine erfolgreiche Industrialisierung ist nur möglich mit einer guten Skalierbarkeit der eingesetzten Technologien sowie mit einer automatisierten Serienfertigung.

Hier setzt „BW-Elektrolyse“ an: Mit finanzieller Hilfe der Landesregierung können Unternehmen im Südwesten in die Produktentwicklung und Fertigung von Elektrolyseuren sowie den dafür erforderlichen Komponenten einsteigen. Technologie-Workshops bieten die Möglichkeit, sich eingehend und für die jeweiligen Bauteile zielgerichtet zu informieren. In die Planung und den Bau des Systemdemonstrators „made in Baden-Württemberg“ der 1-Megawatt-Klasse soll die Expertise und Hardware möglichst vieler KMU aus Baden-Württemberg einfließen. Übergeordnetes Ziel ist die Stärkung der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit baden-württembergischer Unternehmen auf diesem Gebiet. Wasserstoff soll überall auf der Welt effizient, kostengünstig und nachhaltig mit Elektrolyse-Komponenten aus dem Südwesten erzeugt werden. Damit kann grüner Wasserstoff künftig einen Beitrag zur Wertschöpfung in Baden-Württemberg leisten.

Das bietet "BW-Elektrolyse" den Unternehmen

Für Unternehmen in Baden-Württemberg bestehen insbesondere folgende Möglichkeiten, das Projekt in Anspruch zu nehmen:

  • In einem ersten Schritt können Produktentwickler, Bereichsleiter und Geschäftsführer interessierter Unternehmen an den Informationsveranstaltungen teilnehmen und sich mit dem dort zur Verfügung gestellten Wissen über die Elektrolysetechnologie informieren (Industriedialog). Es gibt mehrere Technologie-Workshops zu einzelnen technologischen Fragestellungen. Sie beinhalten sowohl Basisinformationen als auch komponentenspezifische Informationen und sollen zur Qualifizierung der Teilnehmer beitragen.
    Um zukünftigen politischen Entscheidungen zur Industrialisierung der Elektrolyse-Technologie im Südwesten ein solides wissenschaftliches Fundament zu geben, quantifizieren die Forscherinnen und Forscher die erschließbaren Umsatz-, Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale im Land. Hieraus entwickeln sie auch Handlungsempfehlungen für die Politik und Industrie zur aktiven Gestaltung des Transformationsprozesses.
  • Darüber hinaus können interessierte Unternehmen auch bilaterale Gespräche mit den beteiligten Forschungsinstituten führen – das geht von der Anpassung bestehender Produkte an die Anforderungen der Elektrolyse bis hin zu Neuentwicklungen. Ziel ist, die Elektrolyse-Technologie künftig noch effizienter, robuster und kostengünstiger zu machen. Die bilateralen Gespräche sind selbstverständlich vertraulich.
  • Ein wichtiges Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines produktnahen Elektrolyseurs „made in Baden-Württemberg“: Der alkalische Druck-Elektrolyseur soll modular im Baukastensystem konzipiert werden, so dass die Technologie künftig auf einfache Weise in größere, auch zweistellige Megawatt-Leistungsklassen skaliert werden kann. Zu diesem Zweck wird ein CE-zertifizierter Demonstrator am ZSW in Stuttgart geplant, errichtet und dort unter realen Betriebsbedingungen eingesetzt. Die Unternehmen aus Baden-Württemberg können eigene verfahrens- und elektrotechnische Komponenten (z.B. Verrohrung, Pumpen, Ventiltechnik, Leistungselektronik, Steuerungstechnik) und Fertigungstechnologien in den Demonstrator einbringen und dabei mitwirken, eine verbesserte, standardisierte Systemtechnik mit hohen Wertschöpfungsanteilen aus Baden-Württemberg zu entwickeln. Das bietet den Unternehmen die Möglichkeiten, eigene Komponenten in Anwendungsumgebung zu erproben, öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und schlussendlich in das Produktportfolio aufzunehmen.

Damit unterstützt das Projekt den unmittelbaren Technologietransfer in die Wirtschaft.

Der Industriedialog ist am 14. Juli 2020 mit einer Auftaktveranstaltung und Interessensabfrage gestartet. Wer erst jetzt mitmachen will: Es gibt keine starre Anmeldefrist, Nachzügler können jederzeit teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

 

Diese Firmen sind bereits dabei

Folgende Unternehmen sind bereits dabei und nutzen das Know-how aus der Forschung, um sich im Wasserstoffsektor eine starke Marktposition zu erarbeiten.


 
Ihre F&E-Partner

Unternehmen aus dem Südwesten sind in dem Projekt BW-Elektrolyse in besonders guten Händen.

Partner sind die renommierten Forschungsinstitute Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung (DITF), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Hahn-Schickard Gesellschaft für angewandte Forschung (HS, Stuttgart).

Die Federführung des Vorhabens liegt beim ZSW.

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